Der K(r)ampf mit dem Bleistift

Es ist schon erstaunlich, was für ein Hochleistungssport Zeichnen ist. Dies merkt man vor allem dann, wenn man völlig untrainiert von 0 auf 100 mit einem neuen Projekt starten will. Vier ganze Jahre hatte mein Zeichenmuskel Zeit sich auf der Couch fläzend zu degenerieren. 

Bleistiftkrampf

fühle mich, als würde ich mit Links und verstauchtem Ellenbogen zeichnen müssen…

Ein paar mal ist er eine Runde um den Block gejoggt und erzielte sogar eine gute Durchschnittsleistung. Aber jetzt – genau jetzt – wo es existenziell wird – zickt er rum. „Maaaan, das is soooo anstrengend!“, höre ich ihn jammern, während ich ihn dazu nötige den Bleistift nach meinen Vorstellungen zu bewegen. „Komm… noch fünf Minuten Facebook, danach klappt’s bestimmt besser!“ beteuert der Zeichenmuskel. „Nix da!“ rufe ich, „Jetzt wird geübt! Wir wollen doch schließlich bald veröffentlichen!“ *hust*
Und so triezen und ärgern wir uns gegenseitig – mein Zeichenmuskel und ich – und hoffen, dass wir bald wieder zu dem Team werden, das wir einst waren.

JojoZwischen viel Krakelei und scheußlich verkrampften Linien, kommt hin- und wieder – eher zufällig – auch etwas Vorzeigbares heraus. Wie die ersten Entwürfe zu meinem neuen Bücherhelden Jojo. (Oder ist es eine Bücherheldin?)
Jojo und das zukünftige Geschwisterlein wachsen bindungs- und bedürfnisorientiert auf und tun das, was durchschnittliche Attachment Parenting Kinder so machen: im Familienbett schlafen, getragen werden, lange stillen und so weiter. Derzeit arbeite ich am ersten Band dieser schnuckeligen kleinen Pappbilderbuch*-Reihe und werde immer mal wieder Bilder vom Schaffensprozess zeigen.

* * *

Wartet mal kurz, ich höre eine Stimme… Oh, aha, mein Zeichenmuskel. „Ja bitte?“ frage ich.
„Du kannst die Sachen doch nicht einfach zeigen!“, ruft er entsetzt. „Wieso nicht?“, frage ich.
„Die sind doch noch gar nicht fertig… und die sind auch noch gar nicht gut… und was ist, wenn jemand die Ideen klaut… oder darüber lacht..“ – „Ehm…“, mache ich. Der Zeichenmuskel legt atemlos nach: „…und überhaupt… was ist, wenn das am Ende gar nicht klappt mit dem Buch…?“ Ich grüble und zweifle einen kurzen Moment, sage dann aber: „Jo, dann ist das halt so. Wird schon schief gehen.“ Da sagt er: „Du spuckst aber ganz schön große Töne…“. Und ich: „Pah!  … geh doch Facebook gucken!“

Jojo

*davon, dass es mal Pappbilderbücher werden, träume ich vorerst noch… die Erstveröffentlichung erfolgt wahrscheinlich über ein digitales Produkt. Alles andere liegt an der Gunst der Verlage. Oder auch nicht… schau’n wa mal. 😉

2 Gedanken zu „Der K(r)ampf mit dem Bleistift

  1. Svenja sagt:

    Hallo Martina!
    Das ist eine gaaaaanz tolle Seite, die du da gemacht hast!!!
    Und die Idee mit der zeichenmuskelgeschichte ist auch klasse!
    Man bekommt direkt Lust noch mehr zu lesen und damit auch von Dir!
    Weiter so!😃😃😃
    Gaaaaanz liebe Grüße

  2. J sagt:

    Ich wünsch dir alles, alles Gute mit diesem Projekt! Es hört sich sehr spannend an und die Themen sind ja auch gerade ziemlich im Trend. Meine Tochter wird bald eins, also hoffe ich, das Buch ist verfügbar, wenn sie im Zielgruppenalter ist!

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